SMS2.0 – Demonstrator für magnetische Formgedächtnislegierungen
Drittmittelprojekt, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, 2016 – 2019
Projektverantwortlicher: Prof. Anette Scholz, künstlerischer Mitarbeiter: Enrico Wilde, Realisation: +Lab Halle (Saale)

 

Conga-Maschine – SMS2.0-Demonstrator
 

Das Vorhaben Smart Magnetic Shape Memory ValveS SMS2.0 ist ein vom smart3-Konsortium gefördertes Projekt. Es beforschte und entwickelte innerhalb der Werkstoffklasse der magnetischen Formgedächtnislegierungen MSM. Ziel war die Erarbeitung der notwendigen Voraussetzungen zur Realisierung präziser, sehr schnellschaltender, energieeffizienter und langlebiger Pneumatikventile auf MSM-Basis. Derartige Ventile kommen in diversen Anwendungen wie der Sortierung von Wertstoffen oder Nahrungsmitteln, in Textilmaschinen und nicht zuletzt in zeitkritischen Funktionen von pneumatisch betriebener Automatisierungstechnik zum Einsatz.

Partner:

Das Teilprojekt der BURG basierte auf der Entwicklung notwendiger Komponenten, welche für Konsumenten und andere Marktteilnehmer unsichtbar bleiben. Um auf die neuartige Technologie aufmerksam zu machen, sollte als Beitrag der Burg Giebichenstein ein Demonstrator entworfen werden, der die gesteigerten Gebrauchswerte popularisiert, also in das Blickfeld der Marktakteure rückt und im besten Fall neue Anwendungsfelder eröffnet.

Zunächst wurden gemeinsam Kommunikationsziele, Anwendungsbereiche und Zielgruppen definiert und in Leitbilder bzw. Strategien überführt. Daran schloß sich die Konzeptionierung und Ideenfindung für den Demonstrator. Aus einer Reihe skizzierter Ideen wurden zwei favourisiert und konkretisiert.

Kaffee oder Tee?

Bei diesem Demonstrator stand der Aspekt der Lebensmittelqualität als Ergebnis einer fehlerfreien Schüttgut-Sortierung mit Hilfe MSM-aktorierter Pneumatikventile im Mittelpunkt. Aus einem Behältnis, befüllt mit Kaffeebohnen und Teeblätter, lässt sich gesteuert durch einen Messebesucher definiert der eine oder andere Bestandteil aussortieren. Das Ergebnis kann, zu einem Getränk aufbereitet, gustatorisch bewertet werden. Der Demonstrator kombiniert dabei die Funktion des Sortierens mit einer narrativ wirkenden Ebene. Der industriell automatisierte Sortiervorgang erfolgt in einer Art Gestell, so dass die notwendige Technik bzw. MSM-aktorierte Pneumatikventile frei in Aktion betrachtet werden können. Hier soll verdeutlicht werden, welche Anforderung fallendes Sortiergut an die Geschwindigkeit des Ausblasprozesses stellt.

Eine Seite der Rahmenkonstruktion ist mit einer Wand versehen. In ihr gibt es Aussparungen in Form eines Kronleuchters und einer Kaffeekanne. Ein angehängter Zeitungsstock und eine Sitzmöglichkeit spiegeln das Thema ‚Kaffeehaus’ wieder. Hinter den beiden Ausschnitten des Kronleuchters scheint der Sammelbehälter hinterleuchtetdurch. Es hängt je ein Seil-Zugschalter, mit dem die Auswahl zwischen Tee und Kaffee getätigt werden kann, herunter. Die Wand ist mit Tafelfarbe lackiert, so dass die Beschriftung mit Kreide erfolgt. 

Conga-Maschine

Die Idee der Conga-Maschine beruht auf der Möglichkeit, mit Hilfe MSM-aktorierter Ventilsystemen Schüttgut so präzise auszublasen, dass es gezielt auf einer von mehreren möglichen Unterlagen landet. Das kann beispielsweise die Schlagfläche einer Conga sein, die elektronisch verstärkt den Aufprall aussortierten Schüttgutes quittiert. Aus der richtigen Positionierung und der zeitlichen Abfolge kann ein musikalisches Ereignis resultieren. Um den Gedanken schnellschaltender(weil MSM-aktorierter) Pneumatikventile zu illustrieren, wird das Schüttgut aus einem Trichter den Ausblasventilen im freien Fall zugeführt. Die zeichenhaft darzustellende technologische Herausforderung besteht dann darin, zum richtigen Zeitpunkt herabfallendes Schüttelemente abzulenken.

In der finalen Variante der Conga-Maschine ersetzt ein sensorierter Monitor die Schlaginstrumente. Der Ton wird digital erzeugt und über eine Box ausgegeben. So lassen sich neben den akustischen Ereignissen auch solche visueller Art zuordnen. Tischtennisbälle fungieren im Apparat als abstraktes Schüttgut. Sie können beim Auftreffen auf einen der Monitore als frei wählbare Ressourcen dargestellt werden. Die Interaktion mit der Maschine erfolgt entweder durch die Wahl eines von mehreren vorgegebenen Musiktiteln oder mittels virtueller Klaviatur.

 


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