Modul Entwurfskompetenz (Grund- und Sonderschulpädagogen)
Martin-Luther-Universität Halle – Wittenberg & Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

Seit 2010 habe ich einen Lehrauftrag für das Modul Entwurfskompetenz I der Grund- und Sonderschulpädagogen der Martin-Luther-Universität Halle – Wittenberg.

‚Bon Appetit’ – Vermittlung von Esskultur(en) 

Essen und Trinken sind elementare Bedürfnisse jedes Menschen. Die täglichen Mahlzeiten nehmen einen zentralen Platz in unserem Tagesablauf ein. Wir organisieren uns entsprechend der Nahrungsaufnahme, die Nahrungsaufnahme gibt unserem Tag Struktur. Mit der Möglichkeit, Essen und Trinken in Supermärkten, Restaurants oder Schnellimbissen kaufen zu können, haben wir Zeit gewonnen aber auch ein großes Stück Verantwortung für unseren Körper in die Hände von Produzenten, Händlern und Dienstleistern gelegt. Das Wissen um eine gesunde und ausgewogene Mahlzeit ist nicht mehr selbstverständlich. In der Auseinandersetzung mit anderen Esskulturen soll das eigene Essverhalten reflektiert und hinterfragt werden.

Finden Sie eine für Sie interessante Esskultur (geografisch, ethnisch etc. determiniert) oder Essgewohnheit (Fast Food, Fasten etc.). Gestalten Sie ein Ess-/ Trink-Utensil für die gewählte Malzeit. Legen Sie erarbeitete Kategorien des Handlungsfeldes zugrunde, um passende funktionale, ästhetische, konstruktive, weitere Wirkungen zu erzeugen.

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‚Souvenir’ – Konservierung des Augenblicks 

Souvenirs sind beliebte ‚Mitbringsel’ aus dem Urlaub. Zuhause verbinden wir mit ihnen den Urlaubsort oder Urlaubsbegebenheiten noch lange im Nachhinein. Das Wort ‚Souvenir’ selbst stammt aus dem Französischen und bedeutet soviel wie Erinnerung oder Andenken. Es steht damit dafür, besondere Momente festzuhalten, sie in Objekten zu materialisieren. 

Überlegen Sie sich eine Begebenheit, ein Ereignis, ein Zusammentreffen, eine Reise oder andere Dinge, die für Sie (tatsächlich oder fiktiv) von besonderer Bedeutung waren. Suchen Sie nach dem Vergangenen, das Sie gern (im Kopf) erhalten wollen. Lassen Sie sich von Ihren Erinnerungen zu einem Souvenir inspirieren. Beachten Sie, dass die notwendige Mobilität einer gewissen Dimensionierung bedarf. Das Souvenir sollte ferner auch von anderen Personen lesbar.

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Blackbox

Wir umgeben uns heute mit vielen kleinen und großen, sinnvollen und unsinnigen Geräten und Maschinen, die uns das Leben erleichtern sollen.Waren solche Helfer früher eher einfach und von geringem Wirkungsgrad, so verfügen wir heute über komplexe, hochintelligente Geräte, Maschinen, Automaten etc. Doch mit steigender Intelligenz und Komplexität wird auch unklarer, welches Wirkprinzip dahinter steckt. Wie funktioniert die Kaffeemaschine oder gar das Handy, das Navigationsgerät? Oftmals verkehren wir mit (Black)Boxen, deren Benutzung wir zwar erlernt haben, jedoch nicht wissen, wie sie funktionieren. Sie sind von geringer oder fehlender Zeichenhaftigkeit, das auslösende Moment folgt keiner logischen Kausalität und die Gestik der Benutzung lässt auch nicht auf die Wirkung schließen. Fahrt beispielsweise ein Kleinkind ein Dreirad, so ist ihm klar, dass es mit den Füßen das Antriebsrad dreht. Tritt der PKW-Fahrer auf sein Gaspedal fahrt das Auto. Dabei sind weder Wirkungsweise noch Geste nachvollziehbar.

Sucht Euch eine Blackbox, deren Wirkungsweise sich mit dem Wissensstand von Kindern nicht erschließen lässt. Analysiert die Wirkungsweise der Blackbox. Überlegt, wie Ihr das Wirkprinzip darstellen könnt. Sucht nach Übersetzungen, abstrahiert und transformiert, verschiebt Dimensionen, sucht nach aussagekräftigen Gesten für die Benutzung. Zeigt in einem oder mehreren ‚Redesigns’, wie das Gerät auch einem Kind seine Wirkungsweise verraten kann.

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Der erste Eindruck – Körpererweiterungen 

Der erste Eindruck ist wichtig sagt man; er ist entscheidend sagt man und es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck – nur den (oft mühevollen) Weg über den zweiten Blick. Doch warum ist dieser erste Blick auf neue Personen so nachhaltig. Immerhin gibt er ja nur Aufschluss über Äußerlichkeiten visuelle, aber auch olfaktorischer und haptischer Art. Was macht Sie über diese Schlüsselreize hinaus aus? Wie nehmen Sie sich war?

Suchen Sie nach einem Charakterzug, den Sie für sich als wesentlich erachten. Er kann aus einer innerlichen Haltung heraus resultieren, einem Hobby etc. Explorieren und strukturieren Sie diesen Charakterzug. Abstrahieren Sie das Wesensmerkmal so, dass sie es in formale und funktionale Merkmale überführen können. Gestalten Sie eine Körpererweiterung, die den von Ihnen untersuchten Wesenszug beschreibt, ohne dass es Worte, Symbole oder Signale bedarf.

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