Auf Tuchfühlung
Technikgestützte Pflege-Assistenzsysteme und rehabilitativ-soziale Integration unter dem starken demografischen Wandel in Sachsen-Anhalt. Drittmittelprojekt, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, 2011 – 2013
Projektverantwortlicher: Prof. Frithjof Meinel, künstlerischer Mitarbeiter: Enrico Wilde

Aus hinreichend bekannten Gründen steht unsere Gesellschaft in Zukunft vor gewichtigen Aufgaben hinsichtlich der Pflege und der medizinischen Versorgung von Senioren. AAL(ambient assisted living)-Systeme werden seit längerem als ein möglicher Baustein zur Lösung der anstehenden Problematik angesehen. Nicht zuletzt das Design ist daher herausgefordert, sinnvolle und sozial verantwortbare Angebote zu unterbreiten.

Der Markt bietet seit Jahren Produkte für Senioren an. Das technisch Mögliche ist zwar längst nicht ausgereizt, wirklich erfolgreiche Lösungen scheinen dagegen rar, abgesehen vom Notfallalarm. Die geringe Akzeptanz lässt darauf schließen, dass bisherige Produkte in ihrer Funktion und Handhabung nicht sinnvoll auf die Alltagswirklichkeit der Senioren reagieren. Hier kann Design als Disziplin Stärken ausspielen, Handlungsräume und Bedarfe unabhängig von bestehenden Produktkategorien denken und in einem Problemlösungsprozess mit Hilfe kreativer Techniken neue Produkte und Dienstleistungsangebote gestalten. Aus diesem Ansatz heraus haben sich in einem interdisziplinären Forschungsprojekt mit dem Titel ‚Technikgestützte Pflege-Assistenzsysteme und rehabilitativ-soziale Integration unter dem starken demografischen Wandel in Sachsen-Anhalt‘ Rehabilitationsmediziner, Psychologen und Designer die Aufgabe gestellt, zwei AAL-Schnittstellen zu entwickeln und im Vergleich auf ihre Handhabbarkeit und Akzeptanz hin zu untersuchen …..

….. Abstrakt AAL; Forschungsbericht

 

Getesteter Versuchsaufbau einer tangiblen Schnittstelle:

 

Durch die Kombination der vier Funktionsbereiche des Tischtuches – Kommunikation, Service, Haussteuerung und Gesundheit – lassen sich unterschiedliche Szenarien abbilden.

 

Beispiel 1: Ein Senior war am Vormittag bei seinem Arzt. Am Nachmittag fragt dieser via Videotelefonie wie die Medikamente angeschlagen haben. Über die auf dem Tischtuch liegende Hand werden minimal medizinische Werte abrufen. Der Senior ist unsicher im Umgang mit dem Arzt und zieht seine Tochter mit Hilfe einer Konferenzschaltung hinzu. Im Anschluss an das Gespräch ruft er eine Apotheke an, um ein Medikament nachzubestellen. Da ihm das Lesen des Medikamentennamens, das er erst neulich verschriebenen bekam, schwer fällt, hält er die Verpackung einfach in die Kamera.

 

Beispiel 2: Maria ist 6 Jahre alt und wohnt in der Stadt. Ihre Großmutter sieht sie nur selten, da sie ca. 120km entfernt von ihr in einem kleinen Dorf wohnt. Dennoch ist sie in das Leben ihrer Enkelin eingebunden. Wenn es Abend wird liest sie Maria in einer Videotelefonie noch eine Gute-Nacht-Geschichte vor. Marias Eltern freut das, da sie noch ihre 2 Brüder ins Bett bringen müssen.

Gute_Nacht_Geschichte

Beispiel 3: Zwei Seniorinnen verabreden sich zu einem Nachmittagsausflug via Skype-Videotelefonie. Sie können während des Gespräches passende Veranstaltungen suchen, nach dem Wetter und ihrem Kontostand schauen.

 

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Video Testaufbau

Öffentlichkeit:

Vortrag 5. Deutscher AAL-Kongress 2012 ….. download;

Grassimesse Leipzig 2012 (Bestandteil des Projektes Ü60);

Leipziger Messe, Pflege + Homecare, Sonderschau ‚Raum + Design‘

 


Weitere Projekte